Gelöste Thermodynamikaufgabe
Rechteckiger Kältekreisprozess
Übung 15 · Lektion 5 — Anwendung auf das ideale Gas
- thermodynamischer Kreisprozess
- rechteckiger Kreisprozess
- Clapeyron-Diagramm
- Arbeit
- Wärme
- Fläche
- ideales Gas
- Kältekreisprozess
- Kältemaschine
- COP
Aufgabenstellung
Betrachtet werden Mol eines einatomigen idealen Gases mit , das quasistatisch den rechteckigen Kreisprozess gegen den Uhrzeigersinn durchläuft:
wobei und gilt. Es wird gesetzt
Dieser Kältekreisprozess dient als Modell einer Kältemaschine. Seine Leistungszahl (COP) ist definiert durch
wobei die gesamte Wärme ist, die das Gas auf den Zweigen entzieht, auf denen es Wärme aufnimmt, und die von ihm aufgenommene Nettoarbeit.
- Stellen Sie den Kreisprozess im Clapeyron-Diagramm dar und geben Sie die Art jedes Zweiges an.
- Berechnen Sie die auf jedem der vier Zweige aufgenommene Arbeit in Abhängigkeit von , wenn sich dieses ändert, und anschließend die Gesamtarbeit in Abhängigkeit von und . Bestimmen Sie ihren Wert erneut aus der Fläche des Rechtecks.
- Drücken Sie und auf jedem Zweig in Abhängigkeit von , , , , und aus. Verwenden Sie dabei auf den Isochoren und auf den Isobaren.
- Überprüfen Sie, dass und gilt. Handelt es sich um einen Kraft- oder einen Kältekreisprozess? Auf welchen Zweigen nimmt das Gas Wärme auf und auf welchen gibt es Wärme ab? Deuten Sie diese Austauschvorgänge, indem Sie die kalten und heißen Wärmereservoire benennen: Was wird hier gekühlt?
- Leiten Sie daraus die Leistungszahl des Kältekreisprozesses in Abhängigkeit von , , und her.
- Deuten Sie die Leistungszahl physikalisch. Warum kann sie im Gegensatz zum Wirkungsgrad einer Wärmekraftmaschine größer als 1 sein?
- Numerische Anwendung: bar, bar, L und L. Geben Sie und auf jedem Zweig und anschließend ihre Bilanzen für den Kreisprozess sowie die Leistungszahl an.
Hinweis
Ausführliche Lösung
Frage 2. Die vom Gas aufgenommene Arbeit ist Auf den Isochoren und ist sie null. Auf den beiden Isobaren gilt Somit Dieser Wert entspricht der Fläche des Rechtecks im Clapeyron-Diagramm. Frage 3. Für das einatomige ideale Gas gilt Auf einer Isobare liefert die Zustandsgleichung . Folglich Auf einer Isochore liefert sie , somit Schließlich führt der erste Hauptsatz , also , zu folgender Übersicht: Frage 4. Die Summe der Änderungen der inneren Energie ist null. Der erste Hauptsatz verlangt daher Das Gas nimmt insgesamt Arbeit auf: Der Kreisprozess ist ein Kältekreisprozess. Auf und nimmt es Wärme auf. Auf diesen beiden Zweigen entzieht es den kalten Wärmereservoiren, mit denen es in Kontakt gebracht wird, Wärme. Gekühlt werden somit diese äußeren Reservoiren, beispielsweise der Innenraum und die Lebensmittel eines Kühlschranks, und nicht das zyklisch arbeitende Gas selbst. Auf und gibt das Gas dagegen Wärme an die heißen Wärmereservoire ab, beispielsweise an die Raumluft. Bezeichnet die von diesen Reservoiren insgesamt aufgenommene Wärme, so gilt Der Kreisprozess überträgt somit mithilfe der aufgenommenen Arbeit Wärme von den kalten zu den heißen Wärmereservoiren. Frage 5. Die vom Gas entzogene Wärme ist Daraus folgt Frage 6. Die Leistungszahl misst den erzielten Kältenutzen im Verhältnis zur eingesetzten Arbeit: Eine Leistungszahl von bedeutet, dass mit jedem zugeführten Joule Arbeit den kalten Wärmereservoiren Joule Wärme entzogen werden können. Im Gegensatz zum Wirkungsgrad einer Wärmekraftmaschine ist die Leistungszahl nicht der Anteil einer aufgenommenen Energie, der in Arbeit umgewandelt wird. Das Gas nimmt sowohl die Arbeit als auch die den kalten Wärmereservoiren entzogene Wärme auf und gibt anschließend deren Summe an die heißen Wärmereservoire ab: Es gibt daher keinen Grund, weshalb kleiner als sein müsste, und die Leistungszahl kann ohne Widerspruch zur Energieerhaltung durchaus größer als 1 sein. Frage 7. Hier sind Pa und m: Somit gilt J, J und . Die entzogene Wärme beträgt Für die an die heißen Wärmereservoire abgegebene Wärme gilt dagegen Die Leistungszahl des Kältekreisprozesses ist somit