Gelöste Thermodynamikaufgabe
Die zum Vergrößern eines Seifenfilms nötige Arbeit
Übung 13 · Lektion 4 — Der erste Hauptsatz der Thermodynamik
- Oberflächenspannung
- verallgemeinerte Arbeit
- Grenzfläche
- Seifenfilm
Aufgabenstellung
Ein ebener Seifenfilm ist in einem rechteckigen Rahmen aufgespannt, dessen eine Seite, ein Bügel der Länge , reibungsfrei gleiten kann. Der Abstand zwischen diesem Bügel und der gegenüberliegenden Rahmenseite nimmt von auf zu. Der Film besitzt zwei Grenzflächen zwischen Luft und Flüssigkeit mit jeweils der als konstant angenommenen Oberflächenspannung . Randeffekte, Gewichtskraft und Volumenarbeit werden vernachlässigt; das Flüssigkeitsvolumen ist konstant, und es wird keine Flüssigkeit ausgetauscht. Die Verschiebung erfolgt so langsam, dass das mechanische Gleichgewicht erhalten bleibt. Für die Bildung von Grenzfläche lautet die aufgenommene Arbeit , wobei die Gesamtfläche der Grenzflächen ist.
- Skizzieren Sie Rahmen und Bügel und tragen Sie , und die Richtung der äußeren Zugkraft ein. Geben Sie und anschließend an.
- Bestimmen Sie die erforderliche äußere Kraft und berechnen Sie die aufgenommene Arbeit, wenn von auf zunimmt.
- Berechnen Sie diese Kraft und diese Arbeit für , und . Welchen Fehler würde man machen, wenn man eine der beiden Seiten vergäße?
- Der Film wird mithilfe eines Thermostaten auf konstanter Temperatur gehalten. Genügt die Kenntnis von und der Flächenänderung allein, um und zu bestimmen?
Hinweis
Ausführliche Lösung
da konstant ist. Die beiden Grenzflächen sind verschieden, auch wenn sie sich in der Vorderansicht überdecken. Durch Koeffizientenvergleich folgt . Die Kraft des Films wirkt dieser Zugkraft entgegen. Da und konstant sind, gilt Um die Fläche des Films zu vergrößern, muss Arbeit zugeführt werden. Die Einheiten sind stimmig: ist eine Kraft und eine Energie. Vergäße man eine Seite, so würden Kraft und Arbeit fälschlich halbiert. Der Thermostat kann Wärme liefern oder aufnehmen, um die Temperatur zu halten. Ohne ein Modell für die innere Energie des Films kennt man weder noch . Man kann daher nicht ohne Weiteres mit einer Änderung der inneren Energie gleichsetzen und aus der Isothermie auch nicht folgern.